Geschreibseltes 8-9-16

Challenge – Tag 1

Der alte Mann und seine Hunde

 

Als die Frau krank wurde ging es ganz schnell, nur wenige Wochen und sie war tot. Das war nun auch schon bald 16 Jahre her und er dachte noch jeden Tag an sie.

So eine lange Zeit und noch immer fehlte sie ihm. Nur schwer hatte er damals in sein Leben zurück gefunden, am liebsten wäre er ihr nachgefolgt. WO immer sie auch sein mochte, er war sich sicher das sie auf ihn wartete. Aber da war ja noch das Julchen, ihre geliebte Hündin, die sich vor Trauer verzehrte, die nicht mehr fressen wollte… die auch nur zu ihr wollte.

Behutsam, jeden Tag ein bißchen mehr, hatte er  versucht Julchen aus ihrer Trauer zu holen… mit ganz viel Liebe und Geduld. Sie tat ihm gut und so  trösteten sie sich gegenseitig.

Viele Jahre ging er mit Julchen durchs Leben, ein gutes Team waren sie geworden und er war dankbar für ihre Gesellschaft. Doch irgendwann war auch Julchen am Ende ihres Lebens angekommen und er mußte sie gehen lassen. „Nein, sie soll  nicht leiden!“ sagte er zu dem Tierarzt und hielt sie bis zum Schluß ganz fest in seinen Armen.

.

Wir leer war das Haus, wie unendlich verlassen kam er sich vor. Er dachte ernsthaft darüber nach seinem Leben ein Ende zu setzen.

Nur wenige Tage später hörte er zufällig, das Frau Lehmann, zwei Straßen weiter, verstorben sei und das die Erben ihren Hund nicht behalten hatten. Das Haus und das Geld JA, den Hund aber nicht, er war ins Tierheim abgeschoben worden. Die Nachbarin die ihm das erzählte sagte noch: “ Er kommt da gar nicht zurecht, er trauert so sehr der arme Kerl…“

Am Abend dachte er immer wieder über den Hund nach. Einsam, ohne sein Frauchen… ja…  er war wirklich ein armer Kerl. Er hatte Mitleid, kannte er Devil doch gut. Er hatte so gar nicht teuflisches an sich, im Gegenteil er war ein wirklich lieber, gutmütiger Hund der es sicher nicht verdient hatte in einem Heim dahin zu vegetieren.

.

Früh am nächsten Morgen schon machte er sich auf den Weg… er wollte Devil zu sich holen. In dem Tierheim allerdings waren sie nicht begeistert, ein alter Mann wollte den Hund haben? Was wäre wenn er stürbe.. was wäre dann? Er sagte: „Der Devil ist auch alt, wir passen doch gut zusammen… und er kennt mich …“ Schließlich gaben  sie ihm Devil, denn sie wußten so alte, schwarze Hunde bekommt man nur schwer vermittelt.

.

So gingen nun sie nun gemeinsam durchs Leben, der alte Mann und der Devil, der gar keiner war und er war so dankbar,einfach ein Traumhund. So lebten sie noch mehrere Jahre glücklich und zufrieden zusammen… bis auch Devils LebensUhr abgelaufen war, er starb einfach im Schlaf.

Der Mann trauerte sehr, aber dann dachte er: vielleicht gibt es doch noch einen Hund der mit mir leben könnte? Die Leute vom Tierheim wollten ihm keinen Hund mehr geben, er sei nun wirklich viel zu alt …

Das Haus war so leer und er überlegte was er denn eigentlich noch vom Leben hätte, am besten wäre er doch nun bei seiner Frau aufgehoben… aber trotz aller Trauer wollte er doch noch nicht den letzten Schritt machen.

.

Man sagt es gäbe keine Zufälle… und es dauerte nur wenige Wochen, da sprach ein Nachbar ihn an,  ob er nicht vielleicht einen kleinen Hund nehmen könnte, jetzt da Devil nicht mehr sei. Er wäre auch schon älter, leider nicht besonders hübsch, leider auch herzkrank… und niemand wolle ihn aufnehmen. Er solle nun wohl eingeschläfert werden.. wenn nicht..

„JA!“ sagte er da schnell.

So kam Hildchen in sein Leben, sie freundeten sich rasch an. Hildchen war kurzbeinig, eher breit als lang, ja, sie war wirklich keine Schönheit, aber sie war sehr liebenswert.

Nun sah man den großen alten Mann mit dem kleinen, dicken Hildchen jeden Tag munter spazieren gehen. Je mehr sie draußen waren, desto schlanker wurde das Hildchen, es hatte ihr einfach die Bewegung gefehlt.

.

Manchmal dachte er, was er doch für ein Glück gehabt hätte, seine geliebten Hunde gaben ihm so viel… doch immer öfter machte er sich nun Sorgen was aus Hildchen würde wenn er nicht mehr da wäre?

Er versuchte es in der Nachbarschaft, alle mochten ihn und seinen Hund, aber den womöglich übernehmen?.. NEIN, dafür fehle leider die Zeit. Immer häufiger dachte er nun an die Zukunft, oder besser gesagt an sein Ende, denn er merkte wie ihn die Kräfte verließen, er war nicht krank, aber doch sehr alt. Den Alltag zu bewältigen wurde für ihn immer schwerer und auch die täglichen Spaziergänge fielen nun kürzer aus.

Oft wachte er Nachts auf weil er sich um Hildchen sorgte.

+

Und dann kam der letzte Tag im August, ein sehr heißer Tag. Er war wieder mit Hildchen auf dem Weg zum Park. Ob er nicht aufgepaßt hatte … oder ob es die Schuld des LKW Fahrers war, das ließ sich später nicht genau klären.

Für ihn war das nicht mehr wichtig… er würde endlich seine Frau wiedersehen und  all die Hunde.

Sie standen da am Ende der Straße, warteten schon und begrüßten ihn und das Hildchen voller Freude.
*

004-pola03-2

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s